Ronald Henss: Und sie tanzen einen Tango ...LeseprobeJa, wir waren eine glückliche Familie. Und seit kurzem hatten wir nun auch ein Auto. Ich war damals noch zu klein, um zu begreifen was es heißt, von einem einfachen Fabrikarbeiter zu einem Vertreter aufzusteigen. Mein Vater musste jetzt nicht mehr jeden Tag mit dem Fahrrad zur Fabrik strampeln. Nicht mehr jeden Tag harte körperliche Arbeit verrichten. Jetzt war er wer. Jetzt gehörte er zu den wenigen im Dorf, die ein Auto besaßen. Es war zwar nur der Firmenwagen, aber Pappa konnte frei darüber verfügen. An jenem Tag durften wir mit zur Betriebsfeier. Aufgeregt stiegen wir ein. Meine Schwester hinten, ich vorn neben Pappa. Mamma winkte uns noch lange nach und wir winkten fröhlich zurück. Die Fahrt verging wie im Flug und schon hieß es: "Alle aussteigen!" An der Tür tönten uns Musik und fröhlicher Lärm entgegen. "Na, da bist du ja endlich!", "Oh, sind die beiden süß!" Stolz stellte Pappa uns seinen Kollegen und Kolleginnen vor. Die fremden Menschen machten mich verlegen. Still nahm ich meine Schwester an der Hand und leise zogen wir uns in eine Ecke zurück. Die Feier wurde ausgelassener und wir zwei wurden immer stiller. ![]()
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