Leseprobe18. Dezember: Gefährliche DingerAm Samstag fuhren Bastians Eltern mit Daniel zum Einkaufen in die Stadt. Sie würden erst abends zurückkommen. Bastian hatte keine Lust mitzugehen. Er stand am Fenster und winkte ihnen nach. Es war kalt draußen, aber die Sonne schien. Lukas von nebenan und seine Schwester Johanna hatten ihre Skateboards herausgeholt und fuhren johlend genau vor seinem Fenster hin und her. Bastian wünschte sich sehnlichst ein Skateboard. Immer wieder hatte er gebettelt. "Nein, dafür bist du noch zu klein", fand Mama. Zu klein! Johanna war ein ganzes Jahr jünger als er. "Skateboards sind sowieso gefährliche Dinger", meinte Papa. "Aber es gibt doch Helme, Knie- und Ellenbogenschützer!" "Wenn ein Auto kommt, nützt dir der schönste Helm nichts. Vielleicht später mal." Damit war auch für Papa das Thema erledigt. Während Bastian Lukas und Johanna beobachtete, überlegte er. In letzter Zeit kam es ihm so vor, als ob seine Eltern die Sache inzwischen ein bisschen anders sähen. Bald war ja auch Weihnachten. Wer weiß, vielleicht ... "Jippieh!" Johanna rollte vorbei und winkte ihm zu. Er öffnete das Fenster. "He, Lukas! Johanna! Darf ich auch mal?" "Nee", brüllte Lukas und preschte los. "Nee", schrie auch Johanna. Sie redete ihrem Bruder sowieso alles nach. Bastian knallte das Fenster zu. Ein Gedanke rumorte die ganze Zeit in seinem Hinterkopf. Mama hatte Daniel und ihm streng verboten, vor Weihnachten unter ihr Bett zu gucken. Ab und zu kam es vor, sagte sie, dass das Christkind schon vor Heiligabend Geschenke ablieferte, und die versteckte Mama dort. "Wenn ihr unter mein Bett schaut", hatte sie erst neulich gedroht, "holt das Christkind die Geschenke sofort wieder ab." Bastian kämpfte mit sich - und verlor, als Lukas und Johanna nebeneinander an seinem Fenster vorbeiflitzten und ihm die Zunge herausstreckten. Was war schon dabei, wenn er mal eben nachguckte! Obwohl er allein zu Hause war, schlich er zum Elternschlafzimmer und öffnete geräuschlos die Tür. Sein Herz hämmerte. Vor dem Bett legte er sich auf den Bauch - und da stand er: ein großer, länglicher Karton.
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