Eva Markert
Adventskalender zum Lesen und Vorlesen

Leseprobe

12. Dezember: Die Kinder des Weihnachtsmannes


"Nikola!" Die Stimme des Weihnachtsmannes tönte durch das ganze Haus.

Seufzend schaltete die Tochter des Weihnachtsmannes den Computer aus und ging nach unten.

Ihre Eltern und Klaas saßen im Wohnzimmer.

"Deine Mutter braucht Unterstützung", sagte der Weihnachtsmann.

Die Weihnachtsfrau fuhr sich durch ihr weißes Haar. "Wir kommen mit den Bestellungen kaum noch nach."

Nikola warf ihrem Zwillingsbruder einen Blick zu.

"Außerdem bist du alt genug, um in unserem Familienbetrieb mitzuarbeiten", fuhr der Weihnachtsmann fort. "Ab morgen wirst du also beim Backen helfen."

"Wenn's sein muss ...", maulte Nikola.

Am nächsten Morgen erschien sie in der Weihnachtsbäckerei. Langsam wanderte sie durch die Räume und beobachtete Engel, die mit heißen Gesichtern Berge von Plätzchen herstellten.

Am längsten hielt sie sich in der Pfefferkuchen-Werkstatt auf. Dort stand ein atemberaubendes Pfefferkuchenhaus, das über und über mit bunten Süßigkeiten verziert war.

Nach einer Weile erschien ihre Mutter. "Na, Nikola, womit möchtest du anfangen? Mit Plätzchenausstechen vielleicht?"

Nikola schüttelte so heftig den Kopf, dass ihre dunklen Locken flogen.

In diesem Augenblick stieß jemand einen lauten Schrei aus: "Das Pfefferkuchenhaus!"

Alle rannten hin.

"Jemand hat ein großes Stück aus der Vorderwand gebrochen!"

Entsetzt starrten die Engel auf das Loch. Es wurde ganz still. Alle Blicke richteten sich auf Nikola.

Die Weihnachtsfrau fragte streng: "Hast du etwa am Pfefferkuchenhaus genascht?"

Nikola schwieg und wurde rot.

"Was haben wir denn da?" Mit spitzen Fingern klaubte die Weihnachtsfrau ein paar Pfefferkuchenkrümel von Nikolas rotem T-Shirt. "Abstreiten ist zwecklos."

"Ich streite ja gar nichts ab."

"Wie kann man nur so naschhaft sein!", schimpfte die Weihnachtsfrau und blickte Nikola mit ihren kleinen schwarzen Augen böse an. "Hier darfst du jedenfalls nicht bleiben. Geh, setz dich vor die Öfen und pass auf, dass nichts anbrennt."

Nikola verschwand. Nach einer Weile kam die Weihnachtsfrau, um nach ihr zu sehen. Als sie die Tür zur Backstube aufstieß, schlug ihr Qualm entgegen. Aus mehreren Öfen rauchte es und die Plätzchen darin waren kohlpechrabenschwarz. Mitten in der Stube lag Nikola auf dem Boden und schlief.

Hastig riss die Weihnachtsfrau die Bleche aus den Öfen. Dann rüttelte sie Nikola an der Schulter. "Wach auf, du Faulpelz!"

"Tut mir Leid", murmelte Nikola verschlafen.

"Was soll ich bloß mit dir machen?" Die Weihnachtsfrau schüttelte den Kopf. "Am besten fegst du die Böden. Dabei kannst du nicht viel verkehrt machen."

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Die Fortsetzung findest Du in diesem Buch

Eva Markert: Adventskalender zum Lesen und Vorlesen Eva Markert
Adventskalender zum Lesen und Vorlesen
Dr. Ronald Henss Verlag
ISBN 978-3-9809336-5-0

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